Der MIDI Standard für Controller

Da sogut wie alle DAW-Controller über MIDI laufen sei hier mal ein wenig genauer erklärt was MIDI ist und wie es funktioniert.

MIDI steht für „Musical  Instrument  Digital  Interface“, was auf Deutsch in etwa „Digitale Schnittstelle für Musikinstrumente“  bedeutet. Die Synthesizerhersteller Roland, Sequential Circuits und Oberheim entwickelten von 1981 bis 1984 (zunächst unter dem Namen ‚Internation Midi  Association‘) das MIDI Protokoll – ein Standard zum Datenaustausch zwischen elektronischen bzw. digitalen Instrumenten. Per MIDI-Clock können verschiedene Geräte ebenfalls gesynct werden, im einfachsten Fall kann z.B. ein Sequenzer einem Drumcomputer die BPM und die Zählzeit 1 „aufzwingen” – Sequenzer wäre hier der Master der Drumcomputer der Slave.

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Technik

Je nach Verwendungszweck wird bei MIDI-Nachrichten zwischen drei Grundtypen  unterschieden: So gibt es system-, kanal-  und gerätebezogene Nachrich-ten. MIDI-Steuerinformationen können nicht nur übertragen, sondern auch abgespeichert werden. MIDI-Dateien enthalten hierbei keinerlei Audio-Information sondern lediglich Angaben über die  zu spielende Note, Tempo, Lautstärke und das Instrument selbst. Das typische MIDI-Anschlussfeld hat eine fünfpolige DIN 5/180°-Buchse  (früher Diodenbuchse/  -stecker).  Am galvanisch getrennten Anschluss MIDI THRU wird das Eingangssignal durchgeschleift, um dieses direkt an weitere MIDI-Geräte weiterzuleiten.  Somit ist eine Verkettung von MIDI-Geräten als „daisy chain“ möglich – dies bedeutet, dass mehrere Komponenten in Serie verbunden werden können, Signale werden dann durch die ganze Kette durchgegeben. Die Pins 1 und 3 des DIN-Steckers sind nicht belegt, zwi-schen Pin 4 und 5  liegt das Datensignal und Pin 2 ist mit der Abschirmung ei-nes MIDI-Kabels verbunden.

Alternativen

Trotz technischer Mängel, wie einer geringen Übertragungsgeschwindigkeit  oder einer Bitauflösung von nur 128 Stufen, ist MIDI nach wie vor Standard in Bezug auf die Übertragung von Musiksteuerinformationen. Als Alternativen las-sen sich das Open Sound Control-Protokoll (OSC), entwickelt an der University of California in Berkeley, als auch das  music Local Area Network  (mLan), ent-wickelt von Yamaha, nennen. OSC ist ein Protokoll zur Kommunikation zwischen Computern und Synthesizern und anderen Multimedia-Geräten. Gegenüber MIDI hat OSC eine höhere Geschwindigkeit und eine höhere Bitauflösung, zudem wird Gleitkommaarithmethik  unterstützt. Als Nachteil von OSC sind nicht standardisierte Nachrichten zu nennen, was zu Inkompatibilitäten führen kann. mLAN  basiert auf dem seriellen IEEE1394-Hochleistungsbus und  dem IEE-E1394-Datenkommunikationsprotokoll (bekannt als FireWire). Es ermöglicht so die Übertragung von MIDI-  und Audio-Daten über ein Netzwerk, steht also nur indirekt zu MIDI in Konkurrenz und ist eher als eine LAN -Erweiterung von MIDI zu sehen.

Anwendung

Es gibt folgende Beispiele für den Einsatz von MIDI: (Quelle: Görne, Thomas: Tontechnik)

  • Kopplung von Synthesizern
  • Samplern und Computern
  • Steuerung von Effektgeräten
  • Mischpult-AutomationLaufwerkssteuerung für Bandmaschinen
  • DAWsSteuerung von Lichttechnik-Anlagen
  • Synchronisierung von Studiogeräten