Daw Software

Im folgenden möchten wir Euch einen Überblick über die aktuell am häufigsten verwendeten Sequenzer geben.

Steinberg Cubase

Die Firmengründer von Steinberg heißen Karl Steinberg(damit wäre auch der Firmenname geklärt..) und Manfred Rürup, back in the days gab es von Steinberg lediglich ein Produkt: Einen 16-Spur Multitrackrecorder welcher den vielsagenden Namen Multitrack Recorder besaß. Hieraus kann man erkennen, dass Cubase seine Wurzeln also durchaus im Bereich MIDI besitzt. Für den Commodore 64 erschien dann Pro-16 ebenfalls ein MIDI-Sequenzer. Es folgten noch die Software Pro-24 (wie der Name erkennen lässt nun mit 24 Spuren). Hiernach jedoch wurde bereits Cubit (nach kurem dann Cubase) angekündigt und vermarktet — mit der Version Cubase Audio wurde 1992 erstmals nicht nur MIDI sondern auch die Audioaufnahme und -verarbeitung unterstützt. 1996 wurde die sogenannte VST Technologie eingeführt — eine Programmierschnittstelle mittels derer externe ausführbare Dateien (.dll’s) in die Software integriert werden konnten — bis heute gilt diese Schnittstelle mit ihren Weiterentwicklungen als ein Industriestandart, selbst andere Musiksoftware verwendet sie (z.B. Adobe Audition).

Aktuell findet Cubase vor allem auf Windowsrechnern Anwendung, da der Sprung vom Mac auf das andere Betriebssystem relativ früh(1992) vollzogen wurde und somit auf eine äußerst solide Erfahrung blicken kann. Cubase übernimmt die Aufgaben einer klassischen DAW sprich es wird aufgenommen von Minute 0 bis unendlich. Natürlich kann hierbei beliebig nichtlinear editiert werden, der Workflow orientiert sich jedoch an den analogen linearen Geräten.

Ableton Live

Im Vergleich zu Cubase oder Pro Tools handelt es sich bei Live um eine eher junge Software — die erste Version Live 1 kam 2001 auf den Markt. Live wurde als Instrument für Live-Performances konzipiert – die intuitive Bedienbarkeit sollte im Vordergrund stehen. Trotzdem lassen sich in Live alle Aufgaben einer DAW wie Recording, Arranging, Mix- und Mastering bestens lösen – im Livekontext sogar besser als mit den „großen Brüdern”. Besonders gut lassen sich mit Ableton Samples in Bezug auf deren Timing bearbeiten – so verfügt die Software über sehr gute Stretching-Algorithmen, welche es zum Beispiel erlauben einen Loop sehr viel langsamer und in gleicher Tonhöhe abzuspielen, ohne dass es hierbei zu unangenehmen Artefakten kommt.

Die Arbeitsweise mit den Audioclips von Live ist eine komplett andere als die welche ein User im Sequenzer Fenster sonst kennt — die Clips repräsentieren Loops, welche zum Beispiel immer automatisch auf die nächste Viertel (oder Achtel, oder Sechzehntel, usw.) nach Aktivierung beginnen. So lassen sich sehr einfach nach dem „immer ein Element mehr“-Prinzip Songs kreieren.

Avid Pro Tools

Pro Tools wurde von Evan Brooks und Peter Gotcher entwickelt. Interessant ist, dass ihre erste Software Sound Designer eine Audiobearbeitungssoftware war, mit der es möglich war Samples von Sampling Synthesizern wie dem Prophet 2000 durch EQ, Lautstärke usw. zu verändern – um sie dann anschließend zurück in den Synthesizer zu laden. Interessant ist dies deshalb, da Pro Tools also im Gegensatz zu Cubase eindeutig aus der Audio-Sparte kommt und nicht aus der Sequenzer (bzw. MIDI) Sparte. Die erste Pro Tools Version gab es 1991, mit welcher vier Spuren aufgenommen werden konnten. Erst später wurde Pro Tools um einen Sequenzer erweitert.

Lange Zeit war Pro Tools der Standard in professionellen Tonstudios und ist sicherlich auch noch heute ein Big Player. Da zunehmend jüngere Toningenieure allerdings mit anderen Sequenzern / DAWs aufgewachsen sind, wird Pro Tools sicherlich weiterhin Marktanteile auch im Profi-Bereich verlieren. Seine exzellente Audioqualität auf die selbst Analogfreaks wie die Musiker von Air schwören wird dem Programm aber sicherlich noch ein paar Jahrzehnte der Existenz sichern.

Propellerheads Reason

Wie Live ist Reason vergleichsweise jüngerer Natur, die erste Version Reason 1 wurde im Jahr 2000 veröffentlicht. Entwickelt wurde und wird Reason von Propellerhead Software, einer Stockholmer Audiotechnikfirma. Das besondere an Reason ist, dass es eigentlich wie digitale Nachbildung eines analogen Studios ist – diverse Module (Mixer, Effekte, Masteringrack, Synthesizer, Sampler, Drumcomputer) lassen sich mit Hilfe von Kabeln zu riesigen Studioaufbauten verbinden. Die „Verkabelung” erfolgt jedoch automatisiert(kann jedoch jederzeit manuell umgesteckt werden), sodass man nicht bei jedem Erstellen eines Instruments Kabel zusammenklicken muss. Mithilfe des Sequenzers lassen sich dann die verschiedenen Geräte ansteuern, seit Reason 5 bzw. Reason Record welches nun standardmäßig in Reason integriert ist, können zudem Audiospuren aufgenommen werden.

Apple Logic Pro

In der Mitte der 80er Jahre wurde das Programm Crator (mit Notationsfunktion später dann Notator) entwickelt. Interessant ist, dass das Programm Pattern(hier als Songbausteine gemeint) basiert war, welche dann später zum kompletten Song arrangiert werden konnten. Notator wurde noch von C-Lab entwickelt und vertrieben, 1992 gründeten C-Lab Programmierer allerdings die Firma Emagic und brachten das Programm Notator Logic auf den Markt. 2002 wurde Emagic von Apple übernommen, seitdem wird Logic exklusiv für MacOS vertrieben. Lange Zeit wurde von Apple Seite eine harte Preispolitik gefahren, sprich Logic wurde günstiger als die bisher genannten Konkurrenzprodukte verkauft, um so User an den Mac zu „locken”. Da der Mac unter Musikern heute als sehr stabiles System gilt, hat Logic heute eine große Fanbase und wird diese wohl auch behalten.